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Deutsche Behörden rufen Novartis-Grippeimpfstoffe zurück

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Artikel von focus.de

Hersteller Novartis muss einen Teil seiner Grippeimpfstoffe vom Markt nehmen. Verunreinigte Seren könnten schwere allergische Reaktionen auslösen. In mehreren Bundesländern verstärkt sich der Impfstoff-Engpass.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) lässt fünf Chargen der Grippeimpfstoffe Fluad und Begripal zurückrufen. Die Seren könnten Ausflockungen aufweisen. Nach der Impfung mit den veränderten Produkten besteht die Gefahr, dass innerhalb weniger Stunden Nebenwirkungen auftreten, heißt es vom PEI. Sie reichen von leichten allergischen Reaktionen bis zu lebensbedrohlichen mit Kreislauf- und Organversagen. Betroffen sind die Chargen des Grippe-Impfstoffs Begripal mit den Chargennummern 126201, 126102A, 126101, 126202A, und eine Charge des Impfstoffs Fluad mit der Chargennummer 128902, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) jetzt mitteilt.

Gefährlich in den ersten Stunden nach der Impfung

Wer sich bereits vor einigen Tagen mit Fluad oder Begripal impfen ließ, müsse jetzt jedoch nicht mehr fürchten, dass noch allergische Reaktionen auftreten können, versichern die Experten des PEI. Das Risiko von Nebenwirkungen beschränkt sich ausschließlich auf die ersten Stunden nach der Injektion. „Das Paul-Ehrlich-Institut hat in der aktuellen Saison noch keine Nebenwirkungsmeldungen über schwere Unverträglichkeitsreaktionen erhalten“, sagt PEI-Präsident Klaus Cichutek. Diese Maßnahme, verdächtige Chargen zurückzuziehen, diene dem Schutz der Patienten vor möglichen Nebenwirkungen.

Fehler liegt vermutlich im Lösungsmittel

Die Ausflockungen der genannten Impfstoffe wurden in Deutschland zwar bisher nicht beobachtet. Zurückgerufen werden aber jene Chargen, bei deren Produktionsvorstufen solche Veränderungen aufgefallen sind. Nach der Ursache wird derzeit noch gesucht. „Vielleicht haben sich Ausflockungen gebildet, weil die Impfstofflösung verunreinigt wurde“, vermutet Hildebert Wagner vom Zentrum für Pharmaforschung der LMU München. Denkbar wäre auch ausflockendes Eiweiß. Zur Herstellung der Grippeimpfseren werden bekanntlich Hühnereier verwendet. Die Ausflockungen bilden sich aus dem Lösungsmittel des Impfprodukts, nicht aus dem Impfstoff selbst, der nicht ausflocken kann. Allerdings sind das vorerst nur Mutmaßungen. „Sicher ist jedoch, dass solche Veränderungen normalerweise nicht vorkommen sollten“, sagt der Wissenschaftler.

Impfstoffengpass wird vermutlich noch dramatischer

Die Rücknahme der Chargen kann vor allem in Bayern, Schleswig Holstein und Hamburg den bereits bestehenden Impfstoffengpass noch verstärken. Zwar sind in Deutschland neben Fluad und Begripal noch 14 weitere Impfseren zugelassen, beispielsweise Fluenz, die Grippeimpfstoffe Stada und Ratiopharm, Inflexal V, Influvac, Intanza, Mutagrip und weitere. Potenziellen Ersatz für Fluad und Begripal bieten sie jedoch nicht: Es stehen von ihnen derzeit nur die von den Krankenkassen und Bundesländern in Absprache mit den Pharmafirmen festgelegten Mengen zur Verfügung. Die Firmen steuern die Produktionsmenge ihrer Grippeimpfseren nämlich ausschließlich nach den Verträgen, die sie mit den Krankenkassen abschließen. In den Bundesländern Bayern, Schleswig Holstein und Hamburg hatte man sich für die Novartis-Produkte Fluad und Begripal entschieden. Die anderen Firmen haben deshalb für diesen Markt kaum produziert. „Weil die Herstellung von Grippeserum sehr aufwändig ist, und Wochen bis Monate dauert, können die anderen Firmen jetzt auch nicht auf die Schnelle nachproduzieren“, erklärt Thomas Metz, Sprecher des Bayerischen Apothekenverbandes im Gespräch mit FOCUS Online.

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Wegen drohender allergischer Reaktionen: Deutsche Behörden rufen Novartis-Grippeimpfstoffe zurück - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/news/tid-27854/wegen-drohender-allergischer-reaktionen-deutsche-behoerden-rufen-novartis-grippeimpfstoffe-zurueck_aid_846555.html
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Wegen drohender allergischer Reaktionen: Deutsche Behörden rufen Novartis-Grippeimpfstoffe zurück - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/news/tid-27854/wegen-drohender-allergischer-reaktionen-deutsche-behoerden-rufen-novartis-grippeimpfstoffe-zurueck_aid_846555.html